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Neue Thermodynamik

Neue Thermodynamik

Das Blockheizkraftwerk in der neuen Heizzentrale des Hoval-Hauptsitzes passt gut in die rentable Nische zwischen erhöhtem Eigenverbrauch und teurer Netznutzung.

Ganz im Zeichen der Energiewende steht die Erneuerung der Heizzentrale im Hoval-Gebäude in Feldmeilen am Zürichsee. Die neue Heizung soll vor allem eine Effizienzsteigerung sowie einen substanziellen Beitrag zur hausinternen Stromversorgung liefern. Dass dabei eine Musteranlage entsteht, die Kunden präsentiert werden kann, ist ein attraktiver Nebeneffekt. Jahrzehntelang hat ein Ölkessel die Wärme für das Hoval-Haus geliefert, ein Ersatz stand an. Die Gasleitung war schon früher ins Bürohaus gezogen worden, sodass die Umrüstung auf Erdgas sozusagen programmiert war. Auch periphere Komponenten wie Umwälzpumpen, Speicher und Regelungen wurden durch effiziente Produkte ersetzt (Tabelle).
Dank den Stromkosteneinsparungen erreicht das BHKW nach 9 Jahren die Gewinnschwelle.

Geschickte Integration
Im Zentrum der neuen Haustechnik steht das BHKW Powerbloc, das die Grundlast der Wärmeerzeugung übernimmt. Die erzeugte Elektrizität geht zu 100 % in die
Haus ersorgung, was einer ebenso hohen Eigenverbrauchsquote entspricht. Die Rentabilität ergibt sich in erster Linie durch die Einsparung an Netzgebühren, die beim üblichen Bezug von Netzstrom verrechnet würden. Hoval kann Elektrizität innerhalb eines «Zusammenschlusses zum Eigenverbrauch, ZEV» auch verkaufen. Diese Option erhöht den Eigenverbrauch. Im Vorfeld wurde die Wirtschaftlichkeit mit dem «System-Calculator», einem Berechnungstool von Hoval,erhoben. Dass die Abgabe von Strom ans örtliche EW wenig Sinn macht, zeigt auch die Einspeisevergütung von durchschnittlich lediglich 7.5 Rp. pro kWh. In Feldmeilen macht sich noch ein weiterer Vorteil des BHKW-Einsatzes bemerkbar: Wärme- und Strombedarf korrelieren weitgehend, weil übers Wochenende und erst recht zwischen Weihnacht und Neujahr der Strombedarf gering ist und die Weekend-Absenkung wirksam ist. Dadurch
werden die BHKW-Betriebszeiten in die rentablen Zeiten verschoben, in denen sowohl der Wärme- als auch der Strombedarf deutlich höher ist.

Frischwassermodul

Der Wassererwärmung dient künftig ein «Frischwassermodul», in der Hoval-Welt als TransTherm Aqua F bezeichnet. Es handelt sich dabei um einen Wärmetauscher ausserhalb der Wärmespeicher, der das Trinkwasser im Durchlauf erwärmt. Die Installation hat mehrere Vorteile, vor allem ein verbesserter Legionellen Schutz, ohne dass der Wärmespeicher mit höherer Temperatur gefahren werden muss. Das sehr kompakte,wandhängende Modul wird mit integrierter Regelung TopTronic E angeliefert. Für den Warmwasser-Transport im FWModul und in der WW-Zirkulation sind Wilo-Pumpen im Einsatz. Sie arbeiten mit einer elektronischen Leistungsregelung; im Standby verbrauchen sie weniger als 1 Watt Elektrizität. Auch die Wärmeverteilung TransShare ist weitgehend vorgefertigt, selbstverständlich umfassend gedämmt, sie eignet sich für Neubau und Sanierung ebenso wie für die Kälteverteilung.

Regelung intelligent ergänzt

Interessant sind die Ergänzungen zur Regelung der Heizzentrale. Einerseits das elektronische Gateway-Modul zur Einbindung der Regelung in ein Leit- oder Smart-Home-System respektive in eine Gebäudeautomation, andererseits die Software «Supervisor 4.0» zur Visualisierung, zur Überwachung, zur Datenaufzeichnung und zur Optimierung von Heizzentralen. Beides passt gut zum Trend, gebäudetechnische Anlagen mit einem Monitoring auszurüsten, um beispielsweise Infos zum Energieverbrauch zu dokumentieren. (Minergie schreibt dies für einige Gebäudetypen sogar vor.) Fazit: Die Berechnung belegt, dass die Mehrkosten für das BHKW innerhalb von 9 Jahren amortisiert sind. In anderen Worten: Die Energiekosten sollten in einer BHKW-Lösung um 4,5 % gesenkt werden können im Vergleich zu einer Wärmeerzeugung ohne WKK.

(Quelle: Gasette Nr. 2/2018)