FAQ - Ölheizung

Was ist eine Ölheizung?

Eine Ölfeuerung gewinnt mittels Verbrennung von Heizöl thermische Energie. Ölfeuerungen können teilweise auch nachwachsende Biobrennstoffe verwerten, hauptsächlich ist heute jedoch Erdöl üblich. Erdöl ist ein nicht erneuerbarer Energieträger und wird an den internationalen Rohstoffbörsen gehandelt. Dadurch ist Erdöl starken Preisschwankungen unterworfen. Da Erdöl eine nicht nachwachsende Ressource ist, ist mit weiteren Preissteigerungen zu rechnen. Eine Ölheizung benötigt immer einen lokalen Ölspeicher.

Wegweiser für moderne Heizsysteme und Wohnungslüftung, S. 22-23

Wie funktioniert eine Ölheizung?

Heizöl wird aus dem Tank in den Brennraum gepumpt und da unter externer Zuluft verbrannt. Die entstehende Energie wird mit Wärmetauschern auf das Wasser übertragen. Dabei wird zwischen Abgaszugsystemen und der Brennwerttechnik unterschieden. Bei der Brennwerttechnik wird den Abgasen so lange Energie entzogen bis der darin enthaltene Wasserdampf kondensiert. Damit kann die freiwerdende Kondensationswärme genutzt werden. Für diese sogenannte Brennwerttechnik sind tiefe Heizsystemtemperaturen von Vorteil. Durch das nutzen der Kondensationswärme hat ein System mit Brennwerttechnik eine hohe Effizienz. Das sogenannte Dreizug-System entnimmt der Ölheizung die Wärme über drei sogenannte Züge in welchen die heissen Abgase durchströmen müssen. Diese Technologie ist verbreitet und hat sich sehr bewährt.

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Was bedeutet „Brennwerttechnik“?

Unter Brennwerttechnik versteht man eine Technologie, welche die Energie des Wasserdampfes im Abgas nutzt. Deshalb wird ein solcher Kessel auch Kondensationskessel genannt, da dabei der Wasserdampf im Wärmetauscher kondensiert und somit die Kondensationswärme abgibt. Der Nutzungsgrad der Anlage, gegenüber eines 20 Jahre alten Ölkessels, steigt um bis zu 15% an. Die Herausforderung an der Brennwerttechnik ist, dass sich bei der Kondensation starke Säuren auf der Wärmetauscheroberfläche ablagern. Deshalb benötigt das System hochwertige schwefelsäurebeständige Anlagenausführung der abgas- und kondensatführenden Bauteile.

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Ist Heizöl gleich Heizöl?

Heizöle neuester Generation sind schwefelärmer als ältere, dadurch senken sich die Schwefelemissionen bis nahezu auf null. Es gibt Heizöl EL (Euroqualität) und auch Ökoheizöl schwefelarm. Das Heizöl EL hat 20 mal mehr zulässigen Schwefel wie das Ökoheizöl schwefelarm. Man empfiehlt den Umstieg auf Ökoheizöl, da dies den Wirkungsgrad der Anlage steigert und gleichzeitig die Emissionen an die Umwelt senkt. Auf dem Vormarsch ist auch Öl aus nachwachsenden Rohstoffen. Nicht alle Ölfeuerungen können das gesamte Sortiment an Heizölen verbrennen. Zu hohe Schwefelanteile im Heizöl können Anlageteile beschädigen und verschmutzen, deshalb muss das System so gebaut sein, dass die abgas- und kondensatführenden Teile schwefelsäurebeständig sind.

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Was ist „nachwachsendes Heizöl“?

Heizöl kann man auch aus sogenannten Ölpflanzen gewinnen. Diese sogenannten FAME-Biobrennstoffe (FAME: engl.: fatty acid methyl ester deutsch: Fettsäuremethylester) bestehen meist aus Raps-, Soja-, oder Sonnenblumenöl und Methanol) werden kostengünstig und einfach aus den Ölfrüchten gewonnen. Hoval Ölkessel können Anteile von Bioheizölen verbrennen.

Weiter gibt es auch Biobrennstoffe 2. Generation. Dabei wird die gesamte Pflanze und nicht nur die Frucht genutzt. Das dabei entstehende Produkt entspricht in allen Hinsichten konventionellem Heizöl. Dieses wird jedoch noch nicht in der Grossproduktion hergestellt, da die Technologie noch nicht vollständig ausgereift ist.

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Was kostet eine Ölheizung für ein Einfamilienhaus?

Eine durchschnittliche Ölheizung für ein Einfamilienhaus kostet ca. 29‘000 Fr. Somit ist die Ölheizung im Sanierungsbereich oft die günstigste Investitionsvariante.

Richtpreise verschiedener Heizsysteme

Lohnt sich der Wechsel von einem konventionellen auf einen neuen Ölkessel?

Durch die neue Brennwerttechnik können gegenüber einem konventionellen Ölkessel bis zu 15% Energie- und Kosteneinsparungen resultieren. Ausserdem gibt es Ölkessel neuester Generation welche auch Anteile FAME (Bioheizöl) verbrennen können.

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Welches sind die häufigsten Vorurteile von Ölheizungen?

Oft hört man, dass die Zeit der Ölkessel vorüber ist. Dies ist nicht der Fall. Vor allem im Sanierungsbereich ist es oft eine effiziente und kostengünstige Variante den alten ineffizienten Kessel durch ein Ölkessel der neuesten Generation zu ersetzen.

Das Vorurteil, dass Ölkessel nur nicht nachwachsende Rohstoffe verbrennen können ist falsch. Auch heutzutage können Ölkessel der neuesten Generation meist Bioheizöl verbrennen. Weiter gibt es auch Biobrennstoffe 2. Generation, sogenannte BTL-Brennstoffe, dabei wird die ganze Pflanze zu Öl synthetisiert. Das entstehende Öl ist gleich wie Heizöl einzusetzen.

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Warum sollte ich die Ölleitung ersetzten?

Eine neuen Ölleitung hilft Störungen zu reduzieren und trägt nachhaltig zur guten und zuverlässigen Funktion der Heizungsanlage bei.