FAQ - Biomasse

Was ist eine Biomasse Feuerung?

Mit Biomassefeuerungen bezeichnet man alle Feuerungen welche Biomasse verbrennen (Stroh, Holz, und alle restlichen organischen Substanzen). Holz als Brennstoff für Biomassefeuerungen kann grundsätzlich in Stückholz- und Pelletskessel unterteilt werden. Pelletkessel funktionieren vollautomatisch währenddessen Stückholzheizungen manuell (handbeschickt) befeuert werden. Holzfeuerungen sind nahezu CO2-neutral und somit eine sehr umweltfreundliche Heiztechnologie welche einen einheimischen und nachwachsenden Energieträger nutzt.

Wegweiser für moderne Heizsysteme und Wohnungslüftung, S. 16-19

Wie funktioniert ein Biomassekessel?

Pellets werden aus dem Lager zum Heizkessel transportiert. Der Heizkessel hat meist einen eigenen kleinen Vorratsspeicher um in der Nachtzeit keine Geräuschemissionen zu erzeugen. Diese Pellets werden anschliessend mit einer Dosierschnecke in den Brennraum geführt. Durch die Primärluft, welche von unten zugeführt wird, werden die Pellets ausgegast und somit verbrannt. Von der Seite über dem Brennrost wird Sekundärluft zur Regelung der Nachverbrennung eingeblasen. Die entstehende Wärme wird über einen Wärmetauscher an einen Speicher oder das Heizsystem übertragen.
Eine Stückholzheizung muss manuell mit Holzscheiten versorgt werden. Der Verbrennungsvorgang ist dreistufig gestaltet. Zuerst wird das Holz getrocknet dabei ausgegast. Dieses Gas wird mit vorgewärmter Luft angereichert und anschliessend in die Brennkammer geleitet. Dort verbrennt das Gas-Luft-Gemisch unter sehr hohen Temperaturen.

Richtig Anfeuern bei Holzfeuerungen Informationsbroschüre vom Verband Holzenergie Schweiz
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Was bedeutet CO2-neutral heizen?

Holz ist ein nachwachsender Rohstoff, der während des Wachstums CO2 aufnimmt und speichert. Wenn ein Baum abstirbt und vermodert oder verbrannt wird, wird genau diese Menge CO2 wieder freigesetzt. Somit ergibt sich ein Nullsummenspiel und die Holzverbrennung erzeugt kein neues CO2.

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Wie gross sind die Feinstaubemissionen von Holzheizungen?

Holzheizungen erzeugen neben CO2 auch Feinstaub. Bei unvollständiger Verbrennung können Russ und Teer entstehen. Hohe Emissionen entstehen vor allem in handbeschickten Feuerungen durch falsches Anfeuern, durch das Überfüllen der Brennkammer oder bei zu geringer Luftzufuhr. Auch nasses Holz führt zu erhöhten Emissionen. Somit können vor allem die handbefeuerten Holzheizungen zu ungewollten Emissionen führen. Automatisierte Systeme verringern die Gefahr des unsachgemässen Betriebs wesentlich. Selbstverständlich darf in Holzfeuerungen nur naturbelassenes Holz verbrannt werden. Abfälle oder sonstige Althölzer (imprägnierte, lackierte Hölzer dürfen nicht verbrannt werden) führen zu hohen Dioxin- und Schwermetallbelastungen.

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Holzfeuerungen und Feinstaub - Ratgeber zur Vermeidung von Emissionen (BFE)
Wegweiser für moderne Heizsysteme und Wohnungslüftung, S. 17

Was kostet eine Biomasseheizung für ein Einfamilienhaus?

Für eine Pelletheizung fallen für ein Einfamilienhaus als Richtpreis ca. 47‘000Fr. an. Darin sind alle benötigten Komponenten und Installationen (Baunebenkosten/ Demontage) enthalten.

Richtpreise für diverse Heizsysteme

Wie hoch ist der Pelletsverbrauch pro Jahr?

Durchschnittlich kann man mit 400-500 kg pro kW Heizleistung und Jahr rechnen. Der Lagerraum sollte so ausgelegt werden, dass ein Jahresbedarf darin Platz findet. Anders ausgedrückt benötigt es eine Lagerraumkapazität in m3 welche etwa gleich gross sein sollte wie die Wärmeleistung in kW.

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Welche Aufwände erwarten einen mit einer Biomasseheizung?

Der Aschebehälter muss periodisch alle 3 – 12 Monate geleert werden. Der Intervall ist von der Leistung des Kessels und von den tatsächlichen Betriebsstunden abhängig. Das Abgasrohr muss mindestens jährlich gereinigt werden, dies ist auch von den regionalen Vorschriften abhängig. Der Heizkessel muss jährlich gewartet werden.
Der Aufwand einer Stückholzheizung ist relativ gross, da diese manuell beschickt werden muss. Durch die Holzvergasertechnologie entsteht jedoch nur wenig Asche.

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Lohnt sich wirtschaftlich der Einsatz von Holzheizungen (Fördergelder)?

Pellets als Energiequelle kosten aktuell ca. 20-30% pro kWh weniger als die Wärmeerzeugung mit Öl. Weiter entfallen für Holzheizungssysteme die CO2-Abgaben. Die Investitionskosten sind jedoch bei der Holzheizung höher. Was auch nicht zu vernachlässigen ist, ist die hohe einheimische Versorgungssicherheit. Somit ist der einheimische Brennstoff sicher vor Preisschwankungen an den internationalen Rohstoffmärkten. Grundsätzlich gilt, je grösser die Anlagenleistung umso schneller amortisieren sich die Mehrkosten für die Installation.
In der Schweiz gibt es verschiedene Förderprogramme. Ob Ihr Kanton ein Bauvorhaben unterstützt oder nicht sehen Sie auf folgenden Links:

Förderung durch in meinem Kanton
Baufördergelder vom Bund
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Benötigt eine Holzfeuerung zwingend einen Pufferspeicher?

Holzpelletsfeuerungen werden zur optimalen Energieausnutzung mit einem Pufferspeicher kombiniert. Eine Stückholzfeuerung benötigt zwingend einen Pufferspeicher um die überschüssige Wärmeenergie zu speichern. Eine Stückholzfüllung reicht für bis zu 8 Stunden, anschliessend wird die gespeicherte Energie aus dem Pufferspeicher zur Beheizung des Gebäudes verwendet. Somit ist bei einer optimalen Anlagenauslegung ein Heizzyklus pro Tag ausreichend.

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Ist eine Holzheizung als Ersatz für eine Ölheizung geeignet?

Der Umstieg von einer Ölheizung auf eine Holzheizung ist einfach und mit Kosten im überschaubaren Rahmen zu realisieren. Der Erdöltank wird dabei zum Pelletlager umfunktioniert.